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	<title>Kommentare zu: Nietzsche: Biographie seines Denkens</title>
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	<description>Geschichtsbücher &#38; Schulliteratur</description>
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		<title>Von: Nicolas van Bruenen</title>
		<link>http://www.geschichtsbuch.org/nietzsche-biographie-seines-denkens/comment-page-1/#comment-85</link>
		<dc:creator>Nicolas van Bruenen</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 03:26:26 +0000</pubDate>
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		<description>Safranski, der sich zuletzt mit der Erfindung des Deutschen Idealismus beschäftigt hatte, begegnet hier dem Widerpart des Idealismus. Was war die Kraftquelle für diese vulkanisch widerkehrende Verachtung? Safranskis forensische Analyse führt uns einen Menschen vor, der zeitlebens mit Krankheit, Schmerz und Enttäuschung zu kämpfen hatte.  Nietzsche reagiert mit einer selbstreferentiellen Schreibtherapie. Welche Ingredienzen sind dabei in den Rührstab des Idealismus-Zermalmers gekommen? Es ist Safranskis Verdienst, die Einflüsse eines Heraklit und eines Max Stirner in ihrer Auswirkung auf Nietzsches Denken genau zu untersuchen.  Nur in zweiter Linie werden Einflüße durch vermeintliche &quot;Schlüsselerlebnisse&quot; aufgegriffen.  Wurde Nietzsche in seiner Jugend von einem Päderasten vergewaltigt? Safranski warnt davor, die Sexualität eines Menschen als vorrangiges Indiz für sein Denken gelten zu lassen. Es ist ein Markenzeichen Safranskis, die Bedeutung und den Einfluss klassicher Denker für unser heutuges Leben spürbar zu machen.  Für Nietzsche drückt sich der Weltwille in der Musik aus.  Und in unserer heutigen Zeit ist, laut Safranski, &quot;Musik zum Grundrauschen unserer Existzenz geworden. &quot;. Das letzte Kapitel gehört zu den stärksten des Werkes: Hier wird die Wirkungsgeschichte Nietzsches souverän vorgetragen.  Pointierte Interpretationen verblüffen durch ihre TreffsicherheitNur einmal fehlt es an Trittsicherheit, und zwar an einer entscheidenden Stelle.  Bei der Diskussion der &#039;ewigen Widerkehr des gleichen&#039; und der Frage, ob dieser zentrale Nietzsche-Gedanke schlicht trivial ist, muß man sich mehr Physik einverleiben.  Die heutige Physik mit den Akteuren &quot;Quantenverschränkung&quot; und &quot;Kontrafaktizität&quot; hätte das Material, um ein Theaterstück mit dem Titel &quot;Die Entgrenzung des Dionysos&quot; aufzuführen. Nicht nur Gott ist nicht tot, auch Nietzsche lebt. 
Bewertung: 4 / 5</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Safranski, der sich sp&auml;t mit der Erfindung des Deutschen Idealismus beschäftigt hatte, begegnet an diesem Ort dem Widerpart des Idealismus. Was war die Kraftquelle für von dieser Art vulkanisch widerkehrende Verachtung? Safranskis forensische Auswertung führt uns einigen Menschen vor, der zeitlebens mit Krankheit, Schmerz und Enttäuschung zu kämpfen hatte.  Nietzsche reagiert mit irgendwer selbstreferentiellen Schreibtherapie. Mehrere Ingredienzen sind dennoch in den Rührstab des Idealismus-Zermalmers gekommen? Es ist Safranskis Verdienst, die Einflüsse eines Heraklit und eines Max Stirner in ihrer Auswirkung auf Nietzsches Denken genau zu untersuchen.  Nur in zweiter Linie entwickeln Einflüße gar vermeintliche &#8220;Schlüsselerlebnisse&#8221; aufgegriffen.  Wurde Nietzsche in seiner Jugend von einem Päderasten vergewaltigt? Safranski warnt davor, die Sexualität eines Menschen als vorrangiges Indiz für existieren Denken gelten zu lassen. Es ist ein Markenzeichen Safranskis, die F&uuml;llung und den Einfluss klassicher Denker für unser heutuges Leben spürbar zu machen.  Für Nietzsche drückt sich der Weltwille in der Musik aus.  Und in unserer heutigen Uhrzeit ist, laut Safranski, &#8220;Musik zum Grundrauschen unserer Existzenz geworden. &#8220;. Das letzte Kapitel gehört zu den stärksten des Werkes: An diesem Ort wird die Wirkungsgeschichte Nietzsches souverän vorgetragen.  Pointierte Interpretationen verblüffen gar ihre TreffsicherheitNur einmal fehlt es an Trittsicherheit, und freilich an irgendwer entscheidenden Ort.  Bei der Diskussion der &#8216;ewigen Widerkehr des &uuml;bereinstimmen&#8217; und der Anfrage, ob dieser zentrale Nietzsche-Gedanke schlicht trivial ist, muß man sich h&ouml;her Physik einverleiben.  Die heutige Physik mit den Akteuren &#8220;Quantenverschränkung&#8221; und &#8220;Kontrafaktizität&#8221; hätte das Material, um ein Theaterstück mit dem Rang &#8220;Die Entgrenzung des Dionysos&#8221; aufzuführen. Keineswegs nur Gott ist keineswegs tot, auch Nietzsche lebt.<br />
Wertung: 4 / 5</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Katja Leistenschneider</title>
		<link>http://www.geschichtsbuch.org/nietzsche-biographie-seines-denkens/comment-page-1/#comment-84</link>
		<dc:creator>Katja Leistenschneider</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 01:53:40 +0000</pubDate>
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		<description>Ich bin wahrlich keine Nietzsche-Verehrerin, und sämtliche meiner Versuche ihn im Original zu lesen sind bislang daran gescheitert, dass mir seine schwulstige Sprache stets körperliche Übelkeit bereitete, bevor ich zum Kern seiner inhaltlichen Aussagen vordringen konnte.  Mir war daher sein Denken nur in den Fetzen bekannt, die man hier und da immer mal wieder aufschnappt.  

Rüdiger Safranski hat mir nun dabei geholfen, Ordnung in diese Bildungsfetzen zu bringen, sie zu erweitern und zusammenzufügen.  Die von ihm vorgelegte Biographie ist gut strukturiert, detailreich und rund, wie aus einem Guss.  Dabei beschreibt er Nietzsches Denken so anschaulich und plastisch, dass man den Philosophen beinahe leibhaftig vor sich sieht: seine Liebe für und Sorge um die Künste, seine Verachtung für den behaglichen Mief der Bildungsphilister, seine verzweifelte Suche nach Wahrhaftigkeit und nach einer besseren Welt, aber auch seinen Zynismus und seine narzisstischen Größenphantasien, deren unheilvolle Wirkungen wir alle kennen.  

Safranski versteht es ganz ausgezeichnet, spannend, lebendig und dabei sowohl inhaltlich kenntnisreich als auch kritisch zu schreiben.  Er stellt nicht nur die Entwicklung von Nietzsches Denk- und Lebensweg anschaulich dar, sondern zeigt auch auf, wo sich Nietzsche in Widersprüche und in Antinomien verstrickt hat, wo er die Ansätze von Philosophen, die sein Denken beeinflusst haben, weiterentwickelt hat und wo er hinter ihnen zurückgeblieben ist, sowie Einflüsse, die er selbst auf Denker nach ihm ausgeübt hat. 

Ich werde mich durch das Buch nicht zur glühenden Nietzsche-Liebhaberin entwickeln, aber ich habe enorm viel Neues erfahren, bruchstückhaft Bekanntes ist mir verständlicher und teilweise auch sympathischer geworden, und ich habe festgestellt, dass Nietzsches Denken sehr kluge Ansätze und Facetten aufweist, die ich durchaus teile, auch wenn ich viele seiner Ansichten nach wie vor überhaupt nicht gutheißen kann.  Mehr kann man von der Lektüre einer Biographie kaum erwarten. 

Wer einen verständlichen, mit Genuss lesbaren und trotzdem fundierten Einblick in die Lebens- und Gedankenwelt sowie die Wirkungsgeschichte Nietzsches erhalten möchte, wird von diesem Buch nicht enttäuscht werden.  

Bewertung: 5 / 5</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin wahrlich keine Nietzsche-Verehrerin, und sämtliche meiner Versuche ihn im Original zu durchlesen sind bislang daran gescheitert, dass mir Besitz schwulstige Redeweise stets körperliche Übelkeit bereitete, bevor ich zum Angelpunkt seiner inhaltlichen Aussagen vordringen konnte.  Mir war aus dieser Richtung existieren Denken nur in den Fetzen anerkannt, die man an diesem Ort und da allezeit mal nochmals aufschnappt.  </p>
<p>Rüdiger Safranski hat mir nun dennoch geholfen, Ordnung in von dieser Art Bildungsfetzen zu bringen, sie zu erweitern und zusammenzufügen.  Die von ihm vorgelegte Biographie ist gut strukturiert, detailreich und rund, wie aus einem Guss.  Dennoch beschreibt er Nietzsches Denken so anschaulich und 3D-, dass man den Philosophen ann&auml;hernd leibhaftig vor sich sieht: Besitz Liebe für und Sorge um die Künste, Besitz Verachtung für den behaglichen Mief der Bildungsphilister, Besitz verzweifelte Suche anschlie&szlig;end Wahrhaftigkeit und anschlie&szlig;end irgendwer besseren Erde, dabei auch seinen Zynismus und Besitz narzisstischen Größenphantasien, deren unheilvolle Wirkungen wir alle kennen.  </p>
<p>Safranski versteht es absolut etikettiert, spannend, lebendig und dennoch sowohl inhaltlich kenntnisreich als auch kritisch zu abfassen.  Er stellt keineswegs nur die Wachstum von Nietzsches Denk- und Lebensweg anschaulich dar, trennen zeigt auch auf, wo sich Nietzsche in Widersprüche und in Antinomien verstrickt hat, wo er die Ansätze von Philosophen, die existieren Denken beeinflusst besitzen, weiterentwickelt hat und wo er hinter ihnen zurückgeblieben ist, wie auch Einflüsse, die er selbst auf Denker anschlie&szlig;end ihm ausgeübt hat. </p>
<p>Ich werde mich gar das Buch keineswegs zur glühenden Nietzsche-Liebhaberin zeigen, dabei ich habe enorm viel Neues erfahren, bruchstückhaft Bekanntes ist mir verständlicher und teilweise auch sympathischer geworden, und ich habe festgestellt, dass Nietzsches Denken gewaltig kluge Ansätze und Facetten aufweist, die ich durchaus teile, auch sobald ich massenhaft seiner Ansichten anschlie&szlig;end wie vor überhaupt keineswegs gutheißen kann.  H&ouml;her kann man von der Lektüre irgendwer Biographie kaum erwarten. </p>
<p>Wer einigen verständlichen, mit Genuss lesbaren und dennoch fundierten Einblick in die Lebens- und Gedankenwelt wie auch die Wirkungsgeschichte Nietzsches empfangen möchte, wird von diesem Buch keineswegs enttäuscht entwickeln.  </p>
<p>Wertung: 5 / 5</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Michael Dienstbier</title>
		<link>http://www.geschichtsbuch.org/nietzsche-biographie-seines-denkens/comment-page-1/#comment-83</link>
		<dc:creator>Michael Dienstbier</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 00:16:54 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.geschichtsbuch.org/nietzsche-biographie-seines-denkens/#comment-83</guid>
		<description>Am 3.  Januar 1889 beobachtet Friedrich Nietzsche, wie ein Droschkenkutscher auf sein Pferd einschlägt.  Von Mitleid überwältigt, fällt er dem Pferd um den Hals, um es vor den Schlägen zu schützen.  Dieses Datum markiert das Ende von Nietzsches Denken.  Nach dem Zusammenbruch dämmerte einer der größten Denker, den Deutschland je hervorgebracht hat, noch zehn Jahre vor sich hin, bevor er am 25.  August 1900 verstarb.  Der Rezeption seines Werkes kam dieses mysteriöse Ende des großen Philosophen zu Gute.  War dieser Mensch der Wahrheit der menschlichen Existenz etwa so Nahe gekommen, dass er sich nur noch in den Wahnsinn fliehen konnte, um sie zu ertragen? Rüdiger Safranski gelingt es einmal mehr, das Leben und vor allem das Denken eines großen Philosophen verständlich und auf einem hohen sprachlichen Niveau darzustellen, ohne die schwierige Materie zu sehr zu vereinfachen. 

Safranski beginnt mit dem philosophischen Erweckungserlebnis Nietzsches, welches ihm durch die Lektüre Arthur Schopenhauers, dem großen Pessimisten der deutschen Philosophiegeschichte, zu Teil wurde: &quot;Bei Schopenhauer aber ist der Wesensgehalt der Welt kein guter Grund, sondern ein Abgrund, der dunkle Wille, das quälende Sein, das Herz der Finsternis&quot; (41).  Hier ist Safranski Experte, da er auch über Schopenhauer und Die wilden Jahre der Philosophie eine Biografie geschrieben hat, die 1987 auf den Markt gekommen ist. 

Neben Schopenhauer übte Richard Wagner maßgeblichen Einfluss auf Friedrich Nietzsche aus, bevor es 1876 zum Bruch kam.  In diese Zeit fällt Nietzsches Einsicht, dass das Dionysische das Appolinische dominiert: &quot;Das Leben, wie wir hörten, ist tragisch.  Im Ungeheuren spielt es sich ab, Leid, Tod, Grausamkeit aller Art herrschen darin.  Im Tragödienbuch findet Nietzsche die berühmte Formel: nur als ästhetisches Phänomen ist das Dasein und die Welt ewig gerechtfertigt&quot; (66).  Wissen und Religion gehören für Nietzsche ins Reich des Appolinischen, des Verstandes (vgl.  73).  Das Dionysische, die Urkraft des Lebens, manifestiert sich für ihn woanders: &quot;[D]em Ungeheuren des Lebens nähern wir uns besser mit der Kunst, und am besten mit der Musik&quot; (77). 

Bis zu seinem Zusammenbruch entwickelte Nietzsche nun die Kernelemente seiner Philosophie, die er in folgenden Konzepten zum Ausdruck brachte: Die ewige Wiederkehr des Gleichen, der Tod Gottes, der Wille zur Macht sowie die Lehre vom Übermenschen.  Diese Punkte sind allesamt miteinander verbunden und faszinieren die Menschen bis heute. 

Was ist der Wille zur Macht? Der Wille zur Macht bedeutet für Nietzsche zuallererst, Macht über sich selbst zu gewinnen.  Dieser Gedanke wurde zuerst in Menschliches, Allzumenschliches.  Ein Buch für freie Geister formuliert: &quot;Du sollst Herr über dich werden, Herr auch über deine eigenen Tugenden.  Früher waren sie deine Herrn; aber sie dürfen nur deine Werkzeuge neben andren Werkzeugen sein.  Du sollst Gewalt über dein Für und Wider bekommen und es verstehen lernen, sie aus- und wieder einzuhängen, je nach deinem höheren Zwecke&quot; (269).  Dieser schöpferische Wille zur Macht ist nichts anderes als der Wille zum Übermenschen: &quot;Der Übermensch gibt sich selbst die Gesetze des Handelns, das darum ein individuelles Gesetz ist, jenseits der herkömmlichen Moral, die den gewöhnlichen Menschen im Zaume hält, aber den Übermenschen nur behindern kann&quot; (274).  Ein Übermensch schafft sich also selbst seine Werte und Tugenden und unterwirft sich nicht den von der Gesellschaft vorgegebene Normen.  Der Übermensch wirkt also schöpferisch und bewegt sich im Reich des Dionysischen.  Der Übermensch wird zu seinem eigenen Gott! Hier befinden wir uns nun an der Schnittstelle zu Nietzsches wohl bekanntesten Konzept, den Tod Gottes.  Der Tod Gottes, so bezeichnet in Also sprach Zarathustra, bezeichnet im Kern das Ende aller metaphysisch gerechtfertigten Werte und Tugenden, die ja in das Gebiet der schöpferischen Kraft des Übermenschen fallen: &quot;Der Übermensch verkörpert die Heiligung des Diesseits als Antwort auf den Tod Gottes.  Der Übermensch ist frei von Religion: er hat sie nicht verloren, er hat sie in sich zurückgenommen [. . . ].  Dieser Übermensch nach dem Tod Gottes ist der Mensch, der nicht den Umweg über Gott gehen muss, um an sich selbst glauben zu können&quot; (281f. ).  

Für Nietzsche zeichnet sich der Übermensch vor allem dadurch aus, dass er die Wahrheit, die aller menschlichen Existenz zu Grunde liegt, in der Lage ist, zu ertragen.  Diese Wahrheit formuliert Nietzsche als die ewige Wiederkehr des Gleichen: &quot;Welchen Zustand diese Welt auch nur erreichen kann, sie muss ihn erreicht haben und nicht einmal, sondern unzählige Male [. . . ] Mensch! Dein ganzes Leben wird wie eine Sanduhr immer wieder umgedreht werden und immer wieder auslaufen&quot; (234).  Im Kern bedeutet das das Folgende: &quot;Der Übermensch ist stark genug für die Einsicht, daß es keine Flucht aus dieser Zeit gibt, kein Jenseits&quot; (283). 

Aus dieser Lehre erklären sich auch Nietzsches heftige Attacken gegen das Christentum.  Das Christentum bedeutet für ihn nichts anderes als den &quot;Sieg der Sklavenmoral&quot; (314).  Das Christentum habe Schwäche zur Moral erhoben, um Stärke an ihrer schöpferischen Ausdehnung zu hindern: &quot;Jemand zum Mitleid zu bewegen, deutet er als eine Waffe der Schwachen.  Sie finden die Schwäche der Starken heraus, nämlich die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden; und die Schwachen benutzen nun diese Schwäche der Starken&quot; (189).  Das Christentum stellt für Nietzsche einen Angriff auf den Übermenschen dar.  Es wolle den Menschen in seiner Schwäche gefangen halten: &quot;Eine Religion der geringen Selbstachtung.  Das Christentum versenkte die Menschen vollends in dem tiefen Schlamm, worin sie bereits steckten&quot; (196).  

Fazit: Safranski beweist einmal mehr, dass kein anderer Autor Philosophiegeschichte spannender, lebendiger und anschaulicher erzählen kann als er.  Die Geschichte von Nietzsches Denken wird rhetorisch ansprechend und inhaltlich dicht dargestellt.  Im abschließenden Kapitel legt Safranski dar, wie Nietzsches Philosophie Denker wie Husserl, Heidegger und Foucault beeinflusst hat. 

Bewertung: 5 / 5</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Am 3.  Januar 1889 beobachtet Friedrich Nietzsche, wie ein Droschkenkutscher auf existieren Pferd einschlägt.  Von Mitleid überwältigt, fällt er dem Pferd um den Hals, um es vor den Schlägen zu schützen.  das Datum markiert das Abschluss von Nietzsches Denken.  Anschlie&szlig;end dem Absturz dämmerte irgendwer der größten Denker, den Deutschland je hervorgebracht hat, au&szlig;erdem zehn gro&szlig; vor sich hin, bevor er am 25.  August 1900 verstarb.  Der Rezeption seines Werkes kam dieses mysteriöse Abschluss des großen Philosophen zu Gute.  War dieser Mensch der Wahrheit der menschlichen Existieren zirka so Nahe gekommen, dass er sich nur au&szlig;erdem in den Wahnsinn fliehen konnte, um sie zu ertragen? Rüdiger Safranski gelingt es einmal h&ouml;her, das Leben und vor allem das Denken eines großen Philosophen verständlich und auf einem hohen sprachlichen Niveau darzustellen, abz&uuml;glich die schwierige Materie zu gewaltig zu vereinfachen. </p>
<p>Safranski beginnt mit dem philosophischen Erweckungserlebnis Nietzsches, das ihm gar die Lektüre Arthur Schopenhauers, dem großen Pessimisten der deutschen Philosophiegeschichte, zu Einzelheit wurde: &#8220;Bei Schopenhauer dabei ist der Wesensgehalt der Erde kein guter Erdboden, trennen ein Abgrund, der dunkle Wille, das quälende Existieren, das Herz der Finsternis&#8221; (41).  An diesem Ort ist Safranski Experte, da er auch über Schopenhauer und Die wilden gro&szlig; der Philosophie eine Biografie geschrieben hat, die 1987 auf den Absatzgebiet gekommen ist. </p>
<p>Nah Schopenhauer übte Richard Wagner maßgeblichen Einfluss auf Friedrich Nietzsche aus, bevor es 1876 zum Bruch kam.  In von dieser Art Uhrzeit fällt Nietzsches Einsicht, dass das Dionysische das Appolinische dominiert: &#8220;Das Leben, wie wir hörten, ist tragisch.  Im Ungeheuren spielt es sich ab, Leid, Tod, Grausamkeit aller Art herrschen hierin.  Im Tragödienbuch findet Nietzsche die berühmte Formel: nur als ästhetisches Phänomen ist das Dasein und die Erde ewig gerechtfertigt&#8221; (66).  Kenntnis haben und Religion gehören für Nietzsche ins Reich des Appolinischen, des Verstandes (vgl.  73).  Das Dionysische, die Urkraft des Lebens, manifestiert sich für ihn woanders: &#8220;[D]em Ungeheuren des Lebens nähern wir uns aufw&auml;rts mit der Kunst, und am besten mit der Musik&#8221; (77). </p>
<p>Bis zu seinem Absturz entwickelte Nietzsche nun die Kernelemente seiner Philosophie, die er in folgenden Konzepten zum Bezeichnung brachte: Die ewige Wiederkehr des &uuml;bereinstimmen, der Tod Gottes, der Wille zur Macht wie auch die Lehre vom Übermenschen.  Von dieser Art Punkte sind allesamt miteinander verbunden und faszinieren die Menschen bis heutig. </p>
<p>Was ist der Wille zur Macht? Der Wille zur Macht bedeutet für Nietzsche zuallererst, Macht über sich selbst zu gewinnen.  der da Gedanke wurde zuerst in Menschliches, Allzumenschliches.  Ein Buch für Natur Geister formuliert: &#8220;Du sollst Herr über dich entwickeln, Herr auch über deine eigenen Tugenden.  Früher Naturalien sie deine Herrn; dabei sie dürfen nur deine Werkzeuge nah andren Werkzeugen existieren.  Du sollst Gewalt über dein Für und Wider bekommen und es verstehen lernen, sie aus- und nochmals einzuhängen, je anschlie&szlig;end deinem höheren Zwecke&#8221; (269).  der da schöpferische Wille zur Macht ist nichts anderes als der Wille zum Übermenschen: &#8220;Der Übermensch gibt sich selbst die Gesetze des Handelns, das darum ein individuelles Gesetz ist, jenseits der herkömmlichen Moral, die den gewöhnlichen Menschen im Zaume hält, dabei den Übermenschen nur behindern kann&#8221; (274).  Ein Übermensch schafft sich aus dieser Richtung selbst Besitz Daten und Tugenden und unterwirft sich keineswegs den von der anfangen vorgegebene Normen.  Der Übermensch wirkt aus dieser Richtung schöpferisch und bewegt sich im Reich des Dionysischen.  Der Übermensch wird zu seinem eigenen Gott! An diesem Ort befinden wir uns nun an der Schnittstelle zu Nietzsches wohl bekanntesten Konzept, den Tod Gottes.  Der Tod Gottes, so markiert in Aus dieser Richtung sprach Zarathustra, markiert im Angelpunkt das Abschluss aller metaphysisch gerechtfertigten Daten und Tugenden, die ja in das Abteilung der schöpferischen vermittels des Übermenschen fallen: &#8220;Der Übermensch verkörpert die Heiligung des Diesseits als Antwort auf den Tod Gottes.  Der Übermensch ist frei von Religion: er hat sie keineswegs verloren, er hat sie in sich zurückgenommen [. . . ].  der da Übermensch anschlie&szlig;end dem Tod Gottes ist der Mensch, der keineswegs den Umweg über Gott gehen muss, um an sich selbst glauben zu können&#8221; (281f. ).  </p>
<p>Für Nietzsche zeichnet sich der Übermensch vor allem aus dieser Richtung aus, dass er die Wahrheit, die aller menschlichen Existieren zu Grunde liegt, in der Sachlage ist, zu ertragen.  Von dieser Art Wahrheit formuliert Nietzsche als die ewige Wiederkehr des &uuml;bereinstimmen: &#8220;Welchen Zustand von dieser Art Erde auch nur erreichen kann, sie muss ihn erreicht besitzen und keineswegs einmal, trennen unzählige Male [. . . ] Mensch! Dein ganzes Leben wird wie eine Sanduhr allezeit nochmals umgedreht entwickeln und allezeit nochmals  leeren&#8221; (234).  Im Angelpunkt bedeutet das das Folgende: &#8220;Der Übermensch ist kr&auml;ftig genug für die Einsicht, daß es keine Flucht aus dieser Uhrzeit gibt, kein Jenseits&#8221; (283). </p>
<p>Aus dieser Lehre erklären sich auch Nietzsches heftige Attacken circa das Christentum.  Das Christentum bedeutet für ihn nichts anderes als den &#8220;Sieg der Sklavenmoral&#8221; (314).  Das Christentum habe Schwäche zur Moral erhoben, um Stärke an ihrer schöpferischen Abmessung zu hindern: &#8220;Jemand zum Mitleid zu bewegen, deutet er als eine Waffe der Schwachen.  Sie  entdecken die Schwäche der Starken hervor, nämlich die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden; und die Schwachen anwenden nun von dieser Art Schwäche der Starken&#8221; (189).  Das Christentum stellt für Nietzsche einigen Angriff auf den Übermenschen dar.  Es Fell den Menschen in seiner Schwäche gefangen aufgerichtet sein bleiben: &#8220;Eine Religion der geringen Selbstachtung.  Das Christentum versenkte die Menschen absolut in dem tiefen Schlamm, worin sie bereits steckten&#8221; (196).  </p>
<p>Fazit: Safranski beweist einmal h&ouml;her, dass kein anderer Autor Philosophiegeschichte spannender, lebendiger und anschaulicher erzählen kann als er.  Die Historie von Nietzsches Denken wird rhetorisch ansprechend und inhaltlich undurchdringlich dargestellt.  Im abschließenden Kapitel legt Safranski dar, wie Nietzsches Philosophie Denker wie Husserl, Heidegger und Foucault beeinflusst hat. </p>
<p>Wertung: 5 / 5</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: 82 square metres</title>
		<link>http://www.geschichtsbuch.org/nietzsche-biographie-seines-denkens/comment-page-1/#comment-82</link>
		<dc:creator>82 square metres</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 22:53:23 +0000</pubDate>
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		<description>Das Buch von Safranski gehört sicher nicht zu den Besten, die über Nietzsche geschrieben wurden.  Viel besser ist:
	
Nietzsche.  Philosoph - Psychologe - Antichrist.  von Walter Kaufmann

Das Audiobuch von Safranski aber schiesst den Vogel ab.  Warum um Himmels Willen lässt der Verlag/SWR den LISPELNDEN AUTOR sein eigenes Buch vortragen?

Ich konnte keine zwei Minuten zuhören. 
Bewertung: 1 / 5</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Buch von Safranski gehört sicher keineswegs zu den Besten, die über Nietzsche geschrieben wurden.  Viel aufw&auml;rts ist:</p>
<p>Nietzsche.  Philosoph &#8211; Psychologe &#8211; Antichrist.  von Walter Kaufmann</p>
<p>Das Audiobuch von Safranski dabei schiesst den Vogel ab.  Warum um Himmels Willen lässt der Verlagshaus/SWR den LISPELNDEN AUTOR existieren eigenes Buch vortragen?</p>
<p>Ich konnte keine alle zwei Minuten zuhören.<br />
Wertung: 1 / 5</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Rainer Pfeiffer Novelli</title>
		<link>http://www.geschichtsbuch.org/nietzsche-biographie-seines-denkens/comment-page-1/#comment-81</link>
		<dc:creator>Rainer Pfeiffer Novelli</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 20:27:06 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.geschichtsbuch.org/nietzsche-biographie-seines-denkens/#comment-81</guid>
		<description>Sehr empfehlenswert.  Durch dieses Buch erschliesst sich dem Leser Nietzsches Denken auf eine leicht verdauliche, biographische Weise.  Die Lebensgeschichte Nietzsches wird zwar erzählt, steht aber nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, sondern kreist um das eigentliche Thema des Buches, das die Entstehung und Entwicklung seines Denkens ist.  Dabei geht Safranski auch in einem nützlichem und erträglichem Maß auf Geschichtliches und auf zeitbedingte Kulturgegebenheiten ein, was ein reiches atmosphärisches Bild von Nietzsche und seine Zeit vermittelt.  Wer nur eine einfache Biographie Nietzsches sucht, wird sicherlich mit diesem Buch nicht bedient.  Aber vielleicht erschliesst sich ihm die Welt seiner Gedanken und Gefühle, und wer weiß, packt ihn das Nietzsche-Fieber. 
Lediglich die Zeittafel am Ende des Buches finde ich überflüssig lang.  Der Text hätte straffer gehalten und das Weggelassene im Haupttext eingearbeitet werden können. 
Bewertung: 5 / 5</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gewaltig empfehlenswert.  Gar dieses Buch erschliesst sich dem Leser Nietzsches Denken auf eine leicht verdauliche, biographische Weise.  Die Lebensgeschichte Nietzsches wird freilich erzählt, steht dabei keineswegs im Mitte der Aufmerksamkeit, trennen kreist um das eigentliche Thema des Buches, das die Beginn und Wachstum seines Denkens ist.  Dennoch geht Safranski auch in einem nützlichem und erträglichem Maß auf Geschichtliches und auf zeitbedingte Kulturgegebenheiten ein, was ein reiches atmosphärisches Bild von Nietzsche und Besitz Uhrzeit vermittelt.  Wer nur eine einfache Biographie Nietzsches sucht, wird sicherlich mit diesem Buch keineswegs bedient.  Dabei vielleicht erschliesst sich ihm die Erde seiner Gedanken und Gefühle, und wer weiß, packt ihn das Nietzsche-Fieber.<br />
Blo&szlig; die Zeittafel am Abschluss des Buches finde ich überflüssig gro&szlig;.  Der Text hätte straffer gehalten und das Weggelassene im Haupttext eingearbeitet entwickeln können.<br />
Wertung: 5 / 5</p>
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